Klassisch und herausragend: LYNYRD SKYNYRD begeistern mit neuem Album LAST OF A DYIN’ BREED


Sweet Home Alabama, Simple Man, Free Bird, Tuesday’s Gone hießen die Hits, mit denen LYNYRD SKYNYRD den Southern Rock in die Welt brachten. Inzwischen können LYNYRD SKYNYRD auf insgesamt 60 (!!) Alben und mehr als 30 Millionen verkaufte Tonträger zurückblicken und sind seit fast 50 Jahren am Start (die Band wurde 1964 gegründet). Erst 2009 rockten sie das Album God & Guns auf Platz 18 der Billboard Top-20, nun präsentieren sie mit Last Of A Dyin‘ Breed ein brandneues Album, das der generationenübergreifenden Schar der Skynyrd-Fans das gibt, was sie von dieser Band wollen.

Für die leidenschaftlichen Fans, die schon seit den frühen Tagen zur LYNYRD SKYNYRD-Nation gehören, ist das Album ein definitiver Höhepunkt. Songs, die man sofort im Ohr behält, unvergessliche Hooks und ein Drei-Gitarren-Gewitter in voller Fahrt. Von den rasenden Gitarren des Titeltracks und der pulsierenden, funky Hommage an die lokalen Talente in Home Grown bis hin zu Honey Hole entwickeln LYNYRD SKYNYRD die Energie einer Band von Jungspünden, die eine verdammt gute Zeit hatten – was laut Gary Rossington absolut der Fall war: „Für mich ist dies das lockerste und Spaß-geladenste Album, das ich je gemacht habe. Wir hatten kaum Probleme, es hat einfach riesigen Spaß gemacht, jeden Tag zu Arbeit zu gehen.“

LYNYRD SKYNYRD haben Tragödien uns Schwierigkeiten durchgemacht, die für zehn Bands gereicht hätten, und – bemerkenswert für eine Band an diesem Punkt ihrer Karriere – sie rollen mit ungebremster Kraft weiter. Auf Last Of A Dyin‘ Breed zündet einmal mehr die perfekte Studio-Chemie, die LYNYRD SKYNYRD mit Bob Marlette auf God & Guns entwickelt hatten. Der Sound des Albums ist dabei typisch SKYNYRD, der durch die Unmittelbarkeit ihres Spiels zur Perfektion gelangt. Kurz gesagt: Rock’n’Roll für das Hier und Jetzt!
Unter der Führung der Kernmitglieder Gary Rossington (Git), Johnny Van Zant (Voc) und Rickey Medlock (Git) haben SKYNYRD ein Album eingespielt, das das Erbe der Band, die sich vor annährend 50 Jahren in Jacksonville, Florida, gegründet hat, würdig fortführt. Im Studio und auf Tour werden sie von Johnny Colt (Black Crowes, Train) am Bass, von Mark „Sparky“ Matejka (laut Rossington „ein Original-Nashville-Gitarrist, totaler Picking-Fanatiker“), Michael Cartellone (Damn Yankees)an den Drums und von Keyboard-Spieler Peter Keys, der Powell bereits auf der God & Guns-Tour ersetzte, unterstützt.

Dabei hätte die tragische und oft erzählte LYNYRD SKYNYRD-Story mit dem Flugzeugabsturz in einem Mississippi-Sumpf schon 1977 jäh enden können. Drei Bandmitglieder, darunter Ronnie Van Zant und Steve Gaines, kamen damals ums Leben. Und auch später hatte die Band bittere Verluste hinzunehmen, als Billy Powell, Ean Evans, Allen Wilkeson und Hughie Thomasson von dieser Welt schieden. Und trotzdem: LYNYRD SKYNYRD sind mit einem hart rockenden, aufwühlenden Album zurückgekommen, das sich stolz in die lange Reihe der SKYNYRD-Alben einfügen kann. Die alte Garde der Rockmusiker mag am Aussterben sein, aber LYNYRD SKYNYRD sind quicklebendig und zu allem bereit.

Van Zant, der nun schon seit 25 Jahren dort steht, wo sein Bruder früher stand, ist mit Rossington einer Meinung: „Wir haben wieder mit Bob Marlette zusammen gearbeitet, der ein großartiger Mensch ist und den wir als Producer einfach lieben. Während der Aufnahmen zum letzten Album mussten wir damit klar kommen, dass Billy und Ean gestorben waren, aber auf diesem Album konnten wir eine Menge Späße machen und viel lachen.“

Medlock erzählt, dass er und die beiden anderen Haupt-Songwriter Van Zant und Rossington sich nach der anstrengenden Tour zu God & Guns die Zeit nahmen, um neue Songs zu schreiben. Aber die eigentlichen Aufnahmen kamen sehr schnell zustande, was auch der Chemie der Band im Studio zu verdanken war. „Was wir dieses Mal tun wollten, war, zurückzugehen und das Zeug so old-school wie möglich einzuspielen“, erläutert er. „Der Großteil des Albums entstand, während wir alle gemeinsam im Aufnahmeraum standen und gleichzeitig spielten. Genauso wie wir es gemacht haben, als wir anfingen, in Studios zu gehen, um Alben aufzunehmen.“

Mit einem umfangreichen Katalog von etwa 60 Alben, mehr als 30 Millionen Verkäufen weltweit und ihrer klassisch-amerikanischen Rock-Hymne Sweet Home Alabama, die bis heute mehr als zwei Millionen Mal als Klingelton heruntergeladen wurde, sind die Rock & Roll Hall of Fame-geehrten LYNYRD SKYNYRD nichts weniger als eine Ikone der Kultur, die vielen Generationen vertraut ist. Aber weit davon entfernt, sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen, stehen sie heute auf dem Höhepunkt ihrer Energie. Sicherlich hätten sie weiterhin einfach die alten Songs ins Publikum schleudern können, aber Tatsache ist, dass sie musikalisch, persönlich und auch gesellschaftlich noch sehr viel zu sagen haben. „Ab und zu fragt uns das Label, ob wir nicht ein neues Album aufnehmen wollen, und wir sagen immer ‚ja‘. Denn obwohl wir es lieben, all dieses Klassiker-Zeug immer wieder zu spielen, macht es einfach auch viel Spaß, neue Sachen zu machen“, so Rossington. „Für unsere eigenen Köpfe, unseren eigenen Seelenfrieden.“

LYNYRD SKYNRD sind eine zeitgenössische Band, die einen stählernen Umhang trägt, der vor Dekaden in den verschwitzten Räumen des Hell House in Jacksonville geschmiedet wurde. Und dies, The Last Of The Dyin‘ Breed, ist ein Band-Album, oder, um noch genauer zu sein, ein Gitarren-Album. Die dreifache Gitarren-Attacke ist auf dem Punkt wie nie zuvor und glänzt mit leidenschaftlicher Musikalität, gekonnten Harmonien und – natürlich – mit reichlicher Attitüde zu rocken. Es gibt schon einen Grund, warum sie eine der beliebtesten Bands aller Zeiten sind.
„Wir haben versucht, zu unserem alten Sound zurückzukehren, es wie eine Band anzupacken, alle gemeinsam ranzugehen und es einfach zu spielen,“ erklärt Rossington. „Auf dem letzten Album haben wir uns ein bisschen am Country angelehnt, back to the roots, aber diesmal wollten wir wieder die Alten sein und Southern Rock machen. Gute alte Songs spielen, reingehen, rausgehen, sagen, was wir sagen, ein bisschen Picking, ein bisschen mit dem Füßen wippen.“

Die Suche nach traditionellen SKYNYRD-Soli und wilden Instrumental-Breaks wird viele Liebhaber begeistern, zumal jeder Song ausgiebige Griffbrett-Arbeit von einem, zweien oder allen drei Gitarristen enthält. „Wir lieben es, mit den Lead-Gitarren Harmoniekram und anderem zu spielen“, bestätigt Medlock. „Das ist der Puls von Skynyrd, und wir haben es diesmal noch ein bisschen verschönert. Wir wollten ein Gitarrenalbum machen und die Vocals mit all den Gitarren gut im Sattel sitzen lassen. Es sollte nur sehr viel kräftiger rocken.“

Mission erfüllt, und das mit reichlich Feuerwerk und rocksoliden Rhythmen aller Musiker. „Sparky passt großartig mit Rickey und Gary zusammen, und jeder hat seinen Platz im Sound gefunden,“ so Van Zant. „Sparky ist ein Stratocaster-Typ, Gary ein Slide-Profi auf der Les Paul, mit all diesen großen Fill-Ins, und Rickey ist der Allrounder, der ein bisschen von allem macht.“

Die Gitarren und anderen Instrumente – zum Beispiel Keys Orgel – spielen eine zentrale Rolle im Klangbild der Band. Van Zants Vocal-Einsätze und sein Umgang mit den Texten sind in besserer Form als je zuvor. Er bringt Leben in die Songs und stellte sich zudem ernsten gesanglichen Herausforderungen. „Ich habe vor anderthalb Jahren mit dem Rauchen aufgehört, das hat mir ziemlich geholfen“, erklärt er mit seinem charakteristischen Lachen. „Auch mit Bob zu arbeiten ist großartig. Wir haben die Vocals gleich im Abhörraum aufgenommen, was für mich sehr cool war, denn Bob und ich springen beim Aufnehmen viel hin und her, und so musste ich nicht immer warten, bis irgendein Knopf gedrückt wurde. Es ist ein ziemlicher cooler Vibe. We’ve got a good thing goin‘ here.“

Auch beim Thema Song-Material haben sie zudem eine gute Sache am Laufen. Der Songwriter-Kern Rossington, Medlock und Van Zant tat sich mit einigen ihrer favorisierten Songwritern zusammen, darunter Tom Hambridge, Blair Daly, John 5, Donnie Van Zant und Marlette. Zusätzlich gab es Beiträge von Matejka sowie von Marlon Young, Audley Freed, Shaun Morgan (Seether), Jaren Johnston (Cadillac Black) und den Labelkollegen Chris Robertson und Jon Lawhon von Black Stone Cherry.

Diese Mischung an Songwritern von innerhalb und außerhalb der Band braut einen definitiv schlagkräftigen Kader von Songs zusammen, der sich hervorragend in den LYNYRD SKYNYRD-Kanon eingliedert. „Wir bringen gern Einflüsse von außen in unsere Musik und ich liebe es, andere Musiker teilhaben zu lassen“, so Van Zant. „Es gab Leute, die mich gefragt haben. ‚Wie kann Gary ein weiteres Free Bird schaffen?‘ Nun, wir versuchen es nicht einmal. Das sind legendäre Songs, und wir schreiben das, was wir schreiben. Es geht eher darum, zusammen abzuhängen, das Leben zu genießen und Songs zu schreiben. Meine Theorie ist die von Ricky Nelson: ‚Du kannst es nicht jedem Recht machen, also mach es dir selbst Recht.‘ Wenn du am Ende damit glücklich bist, dann soll es so sein.“

Anders als in den offen politischen Statements von God & Guns legt Breed den Fokus auf die Probleme der Arbeiterklasse, obwohl die Band ihre Gedanken über die Richtung, die ihr Land nimmt, in Songs wie dem Reverb-getränkten Poor Man’s Dream und dem Powertrack One Day At A Time kristallklar ausdrückt. „Wenn wir an die Aufnahmen gehen, dann haben wir kein festgelegtes Ideen-Konzept“, erklärt Medlock. „Wir schreiben einfach über Themen, an die wir glauben, über unsere Erfahrungen.“
So hat sich die Band auf die harten Zeiten eingestimmt, die viele Amerikaner durchmachen, und sie singen Songs, die auf dem Weg vielleicht helfen könnten, oder zumindest dabei helfen, etwas Dampf abzulassen. „Skynyrd denken wirklich darüber nach, welche Probleme die Leute haben und was draußen so passiert“, sinniert Medlock. „Wir sehen eine Menge Sachen, denn wir sind die Band der arbeitenden Männer und Frauen. Wir haben drei Generationen unter unseren Gürteln, wir wissen, dass die Leute harte Zeiten durchmachen, und wir teilen das mit ihnen.“

Gary Rossington ist nicht gerade der typische Teilnehmer an Polit-Debatten, aber er ist ein aufmerksamer Beobachter, und was er sieht, schlägt ihm auf den Magen. „Ich red nicht gern über Politik,“ gibt er zu. „Ich traue den meisten Politikern nicht. Ich glaube, das Land ist von der Straße abgekommen, aber wir werden zurückfinden, es ist zu gut, um es aufzugeben. Wir reisen durch das ganze Land, und es gibt zu viele gute Leute und viele gute Amerikaner, die alle dasselbe wollen – einfach nur zurück in die Spur zu kommen, so wie wir waren.“

Ob man es mag oder nicht, mit einem Titel wir God & Guns musste das vorhergehende Album wirken wie ein Knüppel aus dem Sack. „Ich konnte gar nicht glauben, wie wohlwollend God & Guns aufgenommen wurde, als es herauskam, in Europa, Australien, Südamerika, hier in den Staaten. Zu 99% Prozent gab es positives Feedback von den Leuten, mit denen wir sprachen,“ so Medlock. „Meine ganze Idee war, ins Studio zu gehen und noch eine Schritt weiter zu machen, mindestens das tun, was God & Guns tat, oder sogar noch besser. Und meiner Meinung nach haben wir das erreicht. Ich freue mich sehr darauf, einige der Sachen vom Album live zu spielen, es mit unserem klassischen Material zu den Leuten draußen zu bringen und sie selbst die Entscheidung fällen zu lassen.“

Wahrscheinlich werden „die Leute“, insbesondere die Skynyrd-Nation, Last Of The Dyin‘ Breed lieben. Und jeder, der die Band aus den Augen verloren hatte, wird wahrscheinlich einfach überwältigt sein. Ab Ende 2012 werden LYNYRD SKYNYRD ihre Musik zu den Leuten bringen, und jeder in Nordamerika und Europa wird die Gelegenheit haben, die Band live zu sehen.

Lynyrd Skynyrd sind:
Gary Rossington- Guitar
Johnny Van Zant- Vocals
Rickey Medlock- Guitar
Mark “Sparky” Matejka- Guitar
Michael Cartellone- Drums
Johnny Colt – Bass
Peter Keys – Keyboards
Dale Krantz Rossington- Honkettes Backing Vocals
Carol Chase- Honkettes Backing Vocals

Autor: Tom Kolbe (FacebookTwitterGoogle+, E-Mail: t.kolbe@kingfm.net), Foto: Roadrunner Records



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